Fass mein Baby nicht an…

…oder der große Nachteil vom Tragetuch

 

Immer wenn mein Mann und ich mit Cheibani unterwegs sind ziehen wir fast alle Blicke auf uns. Vor allem wenn ich ihn im Tragetuch trage – wie fast immer. Viele lächeln uns an und meist erfülle ich ihren „unausgesprochenen“ Wunsch und drehe mich so, dass sie Cheibani besser sehen. Ich beantworte auch gerne Fragen á la:

Junge oder Mädchen? Wie heißt er denn? Wie alt?. Ich erkläre auch bereitwillig, wie ich das Tuch gebunden habe. Besonders gerne tausche ich mich mit Frauen aus, die ebenfalls Mütter sind. Beim Weitergehen murmelt mein Mann dann schnell „Mashallah“ (Gott beschütze dich“, um alles Böse abzuwehren) und gut.

 

Aber immer wieder versuchen fremde Personen meinen Sohn an zufassen. Was soll das? Besonders Frauen greifen gerne mal nach der Hand von Cheibani oder streicheln sein Gesicht. Ich glaube niemand hat es gerne wenn Fremde einfach das eigene Kind berühren. Im Kinderwagen habe ich dann noch etwas Spielraum: schnell weitergehen oder einfach ein kleiner Schubs und die Hände erreichen das Kind nicht. Aber im Tragetuch – diese Leute sind einfach zu schnell. In einem Moment lächle ich noch freundlich zurück und im nächsten empfinden die Personen gegenüber dies als Einladung nach Cheibani zu greifen. Meist stehe ich dann auch noch so, dass weder eine schnelle Drehung noch ein Schritt zurück möglich sind um ihnen auszuweichen. Immer wieder höre ich: „Also ich würde mein Kind nicht anfassen lassen.“ Hallo? Das will ich auch nicht, aber diese Leute sind schneller als ich. Ich weiche zurück, drehe mich weg – bin unhöflich, obwohl ich das eigentlich nicht mag – aber dann ist es meist schon zu spät.

 

Ich verstehe warum einige Mütter so unfreundlich und abweisend wirken.: Als Schutz vor Grabschern. Aber ich will doch eigentlich freundlich sein und ich habe auch nichts gegen ein nettes Gespräch mit fremden Leuten die mein Kind süß finden. Aber anfassen sollen sie mein Kind nicht! Für ein freundliches „Bitte, fassen Sie mein Kind nicht an. Das mag ich nicht.“ reicht die Zeit einfach nicht. Das nächste Mal versuche ich es mit einem lauten „Nein!“. Aber vermutlich wird selbst das nicht die flinken Hände der Fremden rechtzeitig stoppen können.

 

Ich hoffe Cheibani fängt bald an zu fremdeln! Dann schreit er jeden an, der ihm zu Nahe kommt. 🙂 Bis dahin heißt es wohl für mich Reflexe schulen und einfach schneller reagieren.

Schreibe einen Kommentar