23. Februar 2026
Dorodango mit Kindern

Dorodango mit Kindern

Erde auf dem Tisch, schmutzige Hände, Kugeln, die entstehen und wieder zerfallen. Beim Dorodango mit Kindern gibt es kein klares Ziel und keinen Moment, in dem etwas „fertig“ sein muss. Genau das verändert den Umgang mit Zeit, Material und Erwartung – für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Wenn Erde auf dem Tisch liegt

Erde liegt auf dem Tisch. Hände greifen zu, drücken, rollen, legen wieder ab. Eine Kugel entsteht, wird betrachtet, fällt auseinander, wird neu geformt. Niemand fragt, ob das jetzt richtig ist. Niemand sagt, wie es weitergeht. Das Arbeiten mit Erde verläuft langsam und unaufgeregt, auch wenn die Hände ständig in Bewegung sind.

Zeit entsteht von selbst

Beim Dorodango mit Kindern fällt schnell auf, dass sich das Tempo verändert. Die Erde gibt vor, wann es weitergeht. Ist sie zu feucht, rutscht sie. Ist sie zu trocken, bricht sie. Pausen entstehen von selbst, weil das Material sie einfordert. Kinder legen die Kugel beiseite, gehen weg, kommen zurück und machen weiter, ohne dass dieser Wechsel erklärt oder kommentiert werden muss.

Was Kinder dabei zeigen

Was dabei auffällt, ist weniger das Ergebnis als das Verhalten. Manche Kinder bleiben lange bei einer Kugel, andere wechseln zwischen mehreren. Einige mögen glatte Oberflächen, andere drücken bewusst Risse hinein. Gespräche entstehen beiläufig: über Farbe, über Gewicht, über das Gefühl in den Händen. Nichts davon muss gelenkt werden.

Die Rolle der Erwachsenen

Für Erwachsene ist Dorodango mit Kindern oft ungewohnt, weil es kein Projekt ist. Es gibt nichts zu zeigen, nichts zu vergleichen und nichts, das korrigiert werden müsste. Die Rolle beschränkt sich darauf, Material bereitzustellen und Raum zu lassen. Beobachten ersetzt Anleiten.

Keine Bastelidee, kein Ergebnisdruck

Dorodango mit Kindern ist keine Bastelidee im klassischen Sinn. Es geht nicht darum, etwas herzustellen oder ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Die Kugeln dürfen unfertig bleiben, wieder zerfallen oder einfach liegen bleiben. Das Material bestimmt, wie lange gearbeitet wird und wann ein natürlicher Abschluss entsteht.

Im Familienalltag wirkt genau diese Offenheit oft entlastend. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem etwas „klappen“ muss. Das Arbeiten kann jederzeit unterbrochen und später fortgesetzt werden, ohne dass etwas verloren geht. Die Erde wartet.

Wie lange ein Dorodango hält

Ein Dorodango verändert sich über die Zeit. Ist er vollständig durchgetrocknet, bleibt die Kugel formstabil und kann sehr lange halten – oft über Jahre hinweg. Voraussetzung ist, dass sie trocken gelagert wird. Feuchtigkeit kann die Oberfläche wieder aufweichen oder neue Risse entstehen lassen.

Im Alltag zeigt sich jedoch, dass Dorodango kein Objekt ist, das unverändert bleiben muss. Wird die Kugel häufig angefasst, kann die Oberfläche matter werden oder sich leicht abreiben. Fällt sie herunter oder bekommt Feuchtigkeit ab, kann sie beschädigt werden oder zerfallen.

Gerade beim Arbeiten mit Kindern ist das kein Nachteil. Ein Dorodango darf kaputtgehen. Er muss nicht aufbewahrt oder geschützt werden. Manche Kugeln bleiben liegen, andere werden neu geformt oder einfach wieder Teil der Erde. Auch das gehört zum Umgang mit dem Material.

Weiterführende Eindrücke und Beispiele

Ergänzend dazu gibt es zahlreiche Videos, die den Herstellungsprozess zeigen.

Viele kommen ganz ohne gesprochene Erklärungen aus oder sind auf Japanisch mit englischen Untertiteln. Wer sich tiefer mit Dorodango beschäftigen möchte, findet bei Dorodango Noriko eine große Sammlung unterschiedlicher Vorgehensweisen.

Dorodango mit Kindern mit ADHS

Ob Dorodango für Kinder mit ADHS stimmig ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Manche Kinder finden schnell Zugang zu der Tätigkeit, andere wenden sich nach kurzer Zeit wieder ab. Beides ist unauffällig und sagt zunächst nichts weiter aus.

Auffällig ist jedoch, dass Dorodango mit Kindern keinen äußeren Takt vorgibt. Es gibt keine Reihenfolge, keine Schritte, die eingehalten werden müssen, und kein sichtbares Ziel, auf das hingearbeitet wird. Die Hände sind beschäftigt, während das Material gleichzeitig Pausen erzwingt. Erde trocknet, reißt oder gibt nach – unabhängig davon, wie viel Energie ein Kind gerade mitbringt.

Manche Kinder mit ADHS bleiben länger bei der Tätigkeit, als Erwachsene es erwarten würden. Andere wechseln häufig zwischen Kugeln, drücken sie auseinander, beginnen neu oder verlassen den Tisch zwischendurch. Dieses Wechseln ist Teil des Umgangs mit dem Material. Dorodango lässt sich unterbrechen und fortsetzen, ohne dass etwas verloren geht.

Genauso wichtig ist, dass Dorodango nicht für jedes Kind passt. Manche mögen schmutzige Hände nicht, andere empfinden das Warten als anstrengend oder verlieren das Interesse, wenn sich äußerlich wenig verändert. Auch das ist eine wertvolle Beobachtung und kein Scheitern.

Entscheidend ist nicht die Tätigkeit selbst, sondern der Rahmen. Dorodango wird dann tragfähig, wenn nichts eingefordert wird: kein Dranbleiben, kein Fertigwerden, kein Vergleichen. Erwachsene halten sich zurück, stellen Material bereit und beobachten. Alles Weitere ergibt sich – oder eben nicht.

Dorodango ist damit keine Förderung und keine Lösung. Es ist eine Möglichkeit, mit Erde zu arbeiten und zu sehen, was dabei entsteht. Für manche Kinder mit ADHS passt das gut, für andere nicht. Beides darf nebeneinander stehen.

Hinweis

Auf Leben-mit-Kind gibt es weitere Texte, die sich mit kreativen Tätigkeiten im Familienalltag beschäftigen – auch im Zusammenhang mit ADHS. Sie beschreiben Beobachtungen aus dem Alltag und verzichten bewusst auf Anleitungen oder Förderansätze.

Fazit

Dorodango mit Kindern ist vor allem eines: eine Tätigkeit ohne Erwartungsdruck. Die Hände sind beschäftigt, das Material reagiert, und alles andere ergibt sich im Moment.

Dorodango mit Kindern

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