Doodlen und Zentangle für Kinder mit ADHS sind keine Programme und keine Übungen, sondern zwei unterschiedliche Arten, mit Stift und Papier umzugehen. Beide Techniken können Kindern mit ADHS Spaß machen, weil sie niedrigschwellig sind und ohne große Vorbereitung auskommen. In diesem Artikel geht es darum, warum Doodlen und Zentangle aus meiner Sicht kreative Zugänge sein können, die sich gut in den Alltag einfügen lassen.
Wie dieser Artikel entstanden ist
Ich beschäftige mich viel mit ADHS und frage mich dabei immer wieder, welche kreativen Formen Kindern wirklich Raum geben können. Nicht im therapeutischen Sinn, sondern im Alltag. Beim Durchsehen meines eigenen kreativen Fundus stoße ich auf Techniken und Arbeitsweisen, die sich für mich stimmig anfühlen – gerade für Kinder mit ADHS.
Das ist keine fachliche Einordnung. Es ist mein persönlicher Blick auf kreatives Arbeiten, das offen bleiben darf, sich entwickeln kann und keinen festen Endpunkt braucht.
Doodlen und Zentangle für Kinder mit ADHS – Was mit Doodlen gemeint ist
Doodlen ist freies Zeichnen ohne Plan. Linien entstehen, Formen wiederholen sich, manches bleibt roh, anderes wird weitergeführt. Es gibt kein Thema, keinen Startpunkt und kein Ziel. Das Blatt darf voll werden oder leer bleiben.
Für Kinder mit ADHS kann Doodlen deshalb attraktiv sein, weil der Einstieg sehr niedrig ist. Ein Stift reicht. Es muss nichts entschieden werden, bevor begonnen wird.
Warum Doodlen Spaß machen kann
Doodlen lässt sich leicht in kurze Zeitfenster einbauen. Es kann zwischendurch passieren, für ein paar Minuten oder länger. Es ist nicht notwendig, dabei etwas „fertig zu machen“.
Viele Kinder mögen genau diese Offenheit. Die Hand darf sich bewegen, Gedanken dürfen kommen und gehen. Doodlen passt sich dem Moment an, nicht umgekehrt.
Doodlen und Zentangle für Kinder mit ADHS – Was mit Zentangle gemeint ist
Zentangle arbeitet mit klaren Flächen und wiederkehrenden Mustern. Das Blatt wird in Abschnitte unterteilt, die nacheinander gefüllt werden. Die Muster selbst sind einfach aufgebaut und wiederholen sich.
Im Unterschied zum Doodlen bringt Zentangle mehr Struktur mit, ohne kompliziert zu sein.
Warum Zentangle für manche Kinder passt
Manche Kinder mit ADHS mögen Wiederholungen. Immer wieder ähnliche Linien zu zeichnen kann sich vertraut anfühlen. Entscheidungen werden reduziert, weil das Muster vorgibt, wie es weitergeht.
Zentangle kann deshalb für Kinder interessant sein, die sich gern an etwas festhalten und Schritt für Schritt arbeiten möchten – solange kein Anspruch entsteht, dass etwas „richtig aussehen“ muss.
Zwei Zugänge, kein Vergleich
Doodlen und Zentangle sind sehr unterschiedlich. Das eine ist frei, das andere klarer aufgebaut. Für manche Kinder funktioniert das eine besser, für andere das andere. Manche wechseln je nach Tag oder Stimmung.
Es geht nicht darum, sich festzulegen, sondern Möglichkeiten zu haben.
Der Rahmen macht den Unterschied
Ob Doodlen oder Zentangle Spaß machen, hängt weniger von der Technik ab als von dem Rahmen, in dem sie angeboten werden. Wenn keine Erwartungen bestehen, kein Ergebnis gezeigt werden muss und jederzeit aufgehört werden darf, bleiben beide Zeichenformen leicht.
Dann sind sie einfach das, was sie sein sollen: Bastel-, Mal- und Kunsttechniken, die ausprobiert werden dürfen.
Platz im Alltag
Doodlen und Zentangle brauchen wenig Material und keinen festen Zeitpunkt. Ein Blatt, ein Stift, ein ruhiger Moment reichen aus. Manchmal entsteht etwas, manchmal nicht. Beides ist in Ordnung.
So können diese Zeichenformen Teil des Alltags werden, ohne ihn zu bestimmen.
Fazit
Doodlen und Zentangle sind keine Lösungen und keine Konzepte. Sie sind zwei unterschiedliche Wege, kreativ mit Stift und Papier umzugehen. Für Kinder mit ADHS können sie Spaß machen, weil sie leicht zugänglich sind und sich dem Moment anpassen. Ob sie passen, zeigt sich nicht durch Erklärungen, sondern durch Ausprobieren.
Wer sich näher mit Zentangle beschäftigen möchte, findet im Bastellexikon eine gut verständliche Einführung. Dort wird erklärt, was hinter dieser Zeichenform steckt und wie sie grundsätzlich aufgebaut ist.
Auch andere kreative Zugänge können für Kinder mit ADHS interessant sein, vor allem dann, wenn sie offen angelegt sind und ohne feste Vorgaben auskommen. Ein Beispiel dafür ist Postcrossing. Wie sich Postkarten als kreatives Format im Alltag mit Kindern mit ADHS einsetzen lassen, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben:
Beide Themen zeigen auf unterschiedliche Weise, dass kreatives Tun nicht geplant oder zielgerichtet sein muss, um Freude zu machen und Raum zu geben.

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